News vom 18. Januar 2009

Australian Open: Haas vor Comeback, Federer vor Rekord

Die ganz große Tennisbühne wird am Montag die Spielzeit 2009 eröffnen. Bei den Australian Open in Melbourne geht der Ernst des Lebens für die Topspieler wieder los. Die deutschen Profis hingegen werden beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres wohl nur Statisten sein. 20 immerhin sind für die erste Runde qualifiziert, eine außergewöhnliche Zahl und ein Erfolg für den DTN (Deutschen Tennis Bund). Aber wie in alten Hollywoodschinken werden sie wohl nur die Massenszenen für “das Volk” darstellen. Die Stars sind andere.

Deren Kämpfe beeindrucken die Besucher in Australien, die wohl erneut einen Zuschauerrekord aufstellen. Kann Novak Djokovic seinen Triumpf aus dem Vorjahr wiederholen, Rafael Nadal seine Position als Nummer eins verteidigen, Roger Federer sie zurückerobern und mit einem ERfolg den Rekord von Pete Sampras von 14 Major-Titeln brechen? Kann Andy Murray in die Phalanx der großen Drei eindringen, oder wiederholt “Tennis-Ali” Jo Wilfried Tsonga seinen Siegeszug bis ins Finale vom letzten Jahr?

Bundestrainerin Barbara Rittner und Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen waren mit ihren Hauptdarstellern vor Start  der Veranstaltung im Melbourne Park zufrieden. Neun deutsche Spielerinnen haben den Sprung ins Hauptfeld geschafft, nachdem sich Julia Schruff und Kathrin Wörle durch die Qualifikation gekämpft haben.

Bei den Männern haben sogar fünf deutsche Qualifikanten den Sprung in die erste Runde geschafft. Nicolas Kiefer musste seinen Start wegen eines doppelten Bänderrisses absagen. “Ich kann nicht riskieren, dass sich die Verletzung verschlimmert und ich dann noch länger ausfalle”, meinte der tief enttäuschte Hannoveraner.

Von Verletzungen waren in letzter Zeit auch Tommy Haas, Rainer Schüttler und Philipp Kohlschreiber geplagt, sie können aber spielen. Haas hatte Ellbogenproblemen, ihm fehlt  Spielpraxis nach fünf Monaten Pause. “Ich muss mich halt durchbeißen”, meinte er vor seinem Match am Dienstag gegen den Argentinier Eduardo Schwank, “das ist immerhin keine haushohe Hürde.”

Schüttler muss nach seiner Handgelenk-Entzündung noch nicht am Montag gegen den Israeli Dudi Sela aufschlagen. Kohlschreiber, der in Auckland wegen Schulterproblemen aufgeben musste, wird hingegen am Montag gegen Sam Querrey antreten müssen. “Kohli” trainierte Sonntag aber offenbar unbehindert und hüllte sich anschließend in Schweigen.

Die größten Hoffnungen bei den Damen liegen auf Sabine Lisicki, die vor einem Jahr an gleicher Stelle ihren Durchbruch auf der Tour feiern konnte, und Anna-Lena Grönefeld. “Ich habe mich monatelang auf diesen ersten Jahreshöhepunkt vorbereitet”, meinte die Nordhornerin, die inszwischen in Saarbrücken lebt. Am Dienstag spielt sie gegen Elena Baltacha (Großbritannien).

Selbstbewusst hat Serena Williams ihre Topform verkündet und die Tatsache, und dass sie selbstverständlich die Beste sei. Die dreifache Australien-Siegerin durch die Abwesenheit der verletzten Titelverteidigerin Maria Scharapowa Topfavoritin auf den Turniersieg. Ihre Schwester Venus, French-Open-Siegerin Ana Ivanovic und Sydney-Siegerin Jelena Dementjewa sind ebenfalls aussichtsreiche Kandidaten, weniger Chancen dürfte die topgesetzte Weltranglistenersten Jelena Jankovic haben. fm/Bildquelle: © AFP

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